Geschichte

Die genaue Herkunft der antiken Kampfkunst Jiu Jitsu - früher auch Yawara genannt - ist heute kaum eindeutig feststellbar. Selbst Jigoro Kano (Begründer der Kampfsportart Judo / zudem reformierte er die Kampfkunst Jiu-Jitsu), schrieb das viele zu gerne ihre „eigene“ Entstehungsgeschichte darstellen und dadurch die eigentliche Herkunft verschleiert bleibt. Anschließend beschreibt er mögliche Entstehungsarten und -mythen. In einer dieser Entstehungsmythen wird das Grundprinzip des Jiu Jitsu „Nachgeben, um zu siegen“ besonders deutlich:
Darin heißt es, dass Akiyama Shirobei Yoshitoki (ein im 16. Jahrhundert in Nagaskai lebender Arzt) auf seiner Studienreise durch China in Klöstern neben medizinischem Wissen auch Unterricht im waffenlosen Nahkampf (Hakuda/Baida) erhielt. Dabei stellte er die körperliche Stärke als Voraussetzung zur Ausführung der Techniken fest. Zurück in Japan, unterrichtete Akiyama das aus China mitgebrachte Hakuda. Doch viele seiner Lehrlinge wandten sich von diesem kraft-betonten System ab. Eines Winters  beobachtete Akiyama, wie die massiven starren Äste einer Kiefer unter der Last herunterkommender Schneemassen brachen, während sich die dünnen Äste einer daneben stehenden Weide unter der Last des Schnees so lange herunterbogen, bis der Schnee abglitt, um sich dann unversehrt wieder aufzurichten. Inspiriert von dieser Beobachtung, gründete er die erste Schule der „Wissenschaft von der Nachgiebigkeit“ und nannte sie Yoshin-Ryu (Weiden-Schule).

    

Entwicklung in Deutschland

Durch Erich Rahn wurde Jiu - Jitsu in Deutschland bekannt. Er war Sohn eines ehrenhaften Kaufmanns aus Berlin, der mit vielen Japanern geschäftlich zu tun hatte. Dadurch kam Erich Rahn in Kontakt mit Jiu - Jitsu.
In einer Zirkusvorstellung sah Rahn wie Hagashi einen scheinbar körperlich  überlegenem Mann mit
Jiu - Jitsu Techniken zu Boden brachte. Rahn wurde Schüler von Hagashi und eröffnete noch im Jahr 1906 die erste Jiu - Jitsu Schule in einem Hinterzimmer einer Berliner Kneipe.
Durch Vorführungen wurde die Polizei auf Rahn aufmerksam. Jiu - Jitsu wurde nun erst von der Kriminalpolizei und später von der Schutzpolizei in das Ausbildungsprogramm aufgenommen.
Zur Zeit des zweiten Weltkrieges wurd es um Jiu - Jitsu etwas ruhiger. Während der zwanziger Jahre veranstaltete Rahn in ganz Deutschland Vorführungen und Schaukämpfe gegen unterschiedliche Kämpfer (Boxer, Ringer, usw. ). In keinem der Kämpfe wurde Rahn besiegt.
1923 wurde der älteste Fachverband Deutschlands für asiatische Kampfkunstarten der sogenannte       " Reichsverband für Jiu - Jitsu "  - dem heutigen  Deutschen Jiu - Jitsu Ring  Erich Rahn e.V.  gegründet.
Jiu - Jitsu wurde bis heute weiterentwickelt und zählt zu den effektivsten Selbstverteidigungsarten.

Bestandteile

Im Jiu - Jitsu ( sanfte Kunst ) werden Fuß-, Faust-, Hebel-, Wurf - und Würgetechniken eingesetzt, um den Gegner unter Kontrolle zu bringen. Wobei hier nicht Kraft gegen Kraft ausgeübt , sondern die Kraft des Gegeners ausgenutzt wird. Rein nach dem Prinzip Siegen durch Nachgeben.
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